Interview mit Melanie Adameit

Positiv kämpferisch, so zeigte sich Melanie in ihrem Beitrag für den bundesweiten Fotowettbewerb „Mit deiner Kraft gegen den Krebs“ im Frühjahr 2013. Mit ihrem ausdrucksstarken Bild überzeugte Melanie die Jury und gewann ein Fotoshooting im Rahmen der Aufklärungskampagne „Mit aller Kraft gegen den Krebs“. Nun setzt sie sich mit ihrer persönlichen Kraftgeste für die Deutsche Krebshilfe ein – „weil sich der Kampf um das Leben lohnt!“

Sie sind mit 21 Jahren an Krebs erkrankt. Können Sie kurz erzählen, wie Sie die Diagnose und die Zeit mit der Krankheit persönlich empfunden haben?

Da ich recht jung war, lag der Verdacht zunächst nicht nahe, dass ich schwer krank sei und so wurde ich leider erst nicht ernst genommen. Mit der Diagnose Krebs hatte niemand gerechnet und bis heute empfinde ich es als unwirklich, dass ich diese Krankheit hatte. Die Zeit war sehr einschneidend, denn als junger Mensch hat man sein ganzes Leben noch vor sich und auf einmal ändert sich der Plan und Verlauf des Lebens. Am meisten verletzt hat mich, dass vor allem gleichaltrige Freunde sich anders verhalten haben als ich es mir erhofft hatte, vermutlich weil sie noch nie mit Krebs konfrontiert waren. Die Zeit hat mich sehr gezeichnet, aber dadurch auch für das Leben gestärkt.

Sie haben sich dazu entschieden, Medizin zu studieren. Hat ihre Krankheit mit der Wahl des Studienfaches zu tun?
Ich habe eine Berufsausbildung im tiermedizinischen Bereich gemacht und wollte danach Veterinärmedizin studieren, doch nachdem ich selbst viel Zeit im Krankenhaus verbracht hatte, habe ich mich dazu entschieden auf den Menschen „umzusatteln“.

Sie haben an der Fotoaktion der Deutschen Krebshilfe "Mit deiner Kraft gegen den Krebs" teilgenommen und den Wettbewerb gewonnen. Wie haben Sie von der Fotoaktion der Deutschen Krebshilfe erfahren?
Beim stöbern im Internet zum Thema Krebs stieß ich auf einen Fotobeitrag der Aktion, machte schnell per Selbstauslöser ein eigenes Bild und habe es hochgeladen.

Aus welchem Grund haben Sie sich dafür entschieden, an der Charité fotografiert zu werden? Welche Bedeutung hat der Ort für Sie?
In der Charité wurde ich behandelt und so wurde dort mein Leben gerettet. Nun studiere ich Medizin und werde meine Zukunft hier verbringen. Es gibt wohl keinen anderen Ort mit dem ich mehr Emotionen verbinde, ob im letzten Jahr Trauer oder jetzt Glück!

Woraus schöpfen Sie die Kraft gegen den Krebs zu kämpfen?
Aus meinem Vertrauen in die Medizin, meinen treuen Freunden, die zu mir stehen, meiner positiven Art und meiner wohl unermüdlichen Willensstärke.

Welchen Ratschlag zum Umgang mit der Krankheit möchten Sie anderen jungen Menschen geben, die an Krebs erkrankt sind?
Nicht aufgeben! Nehmt euer Schicksal an und macht das Beste daraus. Ihr seid besonders! Und wer das nicht genauso sieht ist kein wahrer Freund. Auch bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich meine Situation so akzeptiert habe wie sie ist, aber heute fühle ich mich stärker und glücklicher als vor der Erkrankung, weil ich mein Leben mit anderen Augen sehe und es mehr genieße.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Mein Studium erfolgreich zu meistern und nicht wieder zu erkranken.

Im nächsten Jahr feiert die Deutsche Krebshilfe ihr 40-jähriges Bestehen. Was wünschen Sie der Deutschen Krebshilfe?
Ich wünsche ihr noch mehr Aufmerksamkeit durch engagierte Menschen, die spenden, damit sie noch viele Jubiläen feiern kann und sich weiterhin gegen den Krebs einsetzen wird.

Bitte vervollständigen Sie den Satz/die Aufforderung:
"Setzen Sie sich gemeinsam mit uns mit aller Kraft gegen den Krebs ein, weil..."
...weil sich der Kampf um das Leben lohnt!

Hier können Sie das Interview als PDF herunterladen.

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